Bava Metzia 174

Kapitel 174

א בשעה שאין גמר מלאכה ובתלוש מן הקרקע מאחר שנגמרה מלאכתו ובדבר שאין גידולו מן הארץ:
1 VOR DER A<small>BSGHLUSSARBEIT</small><small>ARBEITET, BEI VOM</small> B<small>ODEN</small> G<small>ETRENNTEM NACH DER</small> A<small>BSCHLUSSARBEIT</small>, <small>UND BEI</small> D<small>INGEN, DIE KEINE</small> B<small>ODENER-ZEUGNISSE SIND</small>.
ב <big><strong>גמ׳</strong></big> מנא הני מילי דכתיב (דברים כג, כה) כי תבא בכרם רעך ואכלת אשכחן כרם כל מילי מנא לן
2 GEMARA. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten:<i>Wenn du in den Weinberg deines Nächsten kommst, so magst du essen;</i> wir wissen diesalso von einem Weinberge, woher dies von allen anderen Dingen?
ג גמרינן מכרם מה כרם מיוחד דבר שגידולי קרקע ובשעת גמר מלאכה פועל אוכל בו אף כל דבר שגידולי קרקע בשעת גמר מלאכה פועל אוכל בו
3 Es ist vom Weinberg zu folgern: wie ein Weinberg sich dadurch auszeichnet, daß [seine Früchte] Bodenerzeugnisse sind, und bei der Abschlußarbeit darf ein Löhner davon essen, ebenso darf ein Löhner von allen anderen Bodenerzeugnissen bei der Abschlußarbeit essen. –
ד מה לכרם שכן חייב בעוללות גמרינן מקמה קמה גופה מנא לן דכתיב (דברים כג, כו) כי תבא בקמת רעך וקטפת מלילות בידך
4 Wohl gilt dies von einem Weinberge, bei dem auch das Gesetz von der NachleseGeltung hat!? – Man folgere es vom Halmgetreide. – Woher dies vom Halmgetreide selbst!? – Es heißt:<i>wenn du in das Halmgetreide deines Nächsten kommst, darfst du dir Ähren mit der Hand abreißen. –</i>
ה מה לקמה שכן חייבת בחלה וממאי דהאי קמה קמה דמתחייבת בחלה היא דלמא כל קמה קאמר רחמנא
5 Wohl gilt dies vom Halmgetreide, weil bei diesem das Gesetz von der TeighebeGeltung hat!? – Woher, daß hier von dem Halmgetreide gesprochen wird, das zur Teighebe pflichtig ist, vielleicht wird hier von jedem anderen Halmgetreidegesprochen!? –
ו אתיא קמה קמה כתיב הכא כי תבא בקמת רעך וכתיב התם (דברים טז, ט) מהחל חרמש בקמה מה התם קמה דמיחייבא בחלה אף הכא נמי קמה דמיחייבא בחלה
6 Dies ist aus [dem Worte] <i>Halmgetreide</i> zu entnehmen; hier heißt es: <i>wenn du in das Halmgetreide deines Nächsten kommst,</i> und dortheißt es: <i>wo man die Sichel an das Halmgetreide zu legen beginnt;</i> wie dort von zur Teighebe pflichtigem Halmgetreide gesprochen wird, ebenso wird auch hier von zur Teighebe Pflichtigem Halmgetreide gesprochen.
ז איכא למיפרך מה לקמה שכן חייבת בחלה כרם יוכיח מה לכרם שכן חייב בעוללות קמה תוכיח
7 Erwidert man: wohl gilt dies vom Halmgetreide, weil bei diesem das Gesetz von der Teighebe Geltung hat, so beweist der Weinberg[das Entgegengesetzte, und entgegnet man:] wohl vom Weinberge, weil bei diesem das Gesetz von der Nachlese Geltung hat, so beweist das Halmgetreide[das Entgegengesetzte].
ח וחזר הדין לא ראי זה כראי זה הצד השוה שבהן שכן דבר שגידולי קרקע ובשעת גמר מלאכה פועל אוכל בו אף כל דבר שגידולי קרקע בשעת גמר מלאכה פועל אוכל בו
8 Die Replikation wiederholt sich nun: die Eigenheit des einen gleicht nicht der des anderen, und die Eigenheit des anderen gleicht nicht der des einen; das Gemeinsame bei ihnen ist, daß sie Bodenerzeugnisse sind, und ein Löhner darf davon bei der Abschlußarbeit essen, ebenso darf ein Löhner auch von allen anderen Bodenerzeugnissen bei der Abschlußarbeit essen. –
ט מה להצד השוה שבהן שכן יש בהן צד מזבח ואתא נמי זית דאית ביה צד מזבח
9 Aber das Gemeinsame bei ihnen ist ja auch, daß sie für den Altar verwendbarsind, somit sollten auch Oliven einbegriffensein!? –
י וזית במה הצד אתי הוא גופיה כרם איקרי דכתיב (שופטים טו, ה) ויבער מגדיש ועד קמה ועד כרם זית אמר רב פפא כרם זית אקרי כרם סתמא לא אקרי
10 Ist es denn nötig, Oliven durch eine Schlußfolgerung einzubegreifen, sie selbst heißen ja Weinberg, denn es heißt:<i>er steckte Tennen, Halmgetreide und Oliven-(Wein)berge in Brand</i>!? R. Papa erwiderte: Sie heißen wohl Oiven-(Wein)berg, nicht aber schlechthin Weinberg. –
יא מכל מקום קשיא אלא אמר שמואל אמר קרא וחרמש לרבות כל בעלי חרמש
11 Aber immerhin bleibt ja der Einwandbestehen!? Vielmehr, erklärte Šemuél, die Schrift sagt:<i>aber eine Sichel,</i> dies schließt alles ein, was zur Sichel[ernte] gehört. –
יב והאי חרמש מיבעי ליה בשעת חרמש אכול שלא בשעת חרמש לא תיכול
12 Aber aus [dem Worte] <i>Sichel</i> wird ja gefolgert, daß er nur zur Sichelzeitessen dürfe, nicht aber außerhalb der Sichelzeit!? –
יג ההוא (דברים כג, כה) מואל כליך לא תתן נפקא תינח דבר חרמש דלאו בר חרמש מנא לן
13 Dies ist zu entnehmen aus: <i>aber in dein Gefäß darfst du nichts tun</i>. – Erklärlich ist dies von Dingen, die zur Sichel[ernte] gehören, woher dies von solchen, die nicht zur Sichel[ernte] gehören!?
יד אלא אמר ר' יצחק אמר קרא קמה לרבות כל בעלי קמה והא אמרת קמה קמה דמיחייבא בחלה
14 Vielmehr, erklärte R. Jiçḥaq, die Schrift sagt <i>Halmgetreide,</i> dies schließt alles ein, was steht. – Du sagtest ja aber, [das Wort] <i>Halmgetreide</i> sei auszulegen: gleich dem Halmgetreide, das zur Teighebe pflichtig ist!? –
טו הני מילי מקמי דניתי חרמש השתא דאתי חרמש איתרבי ליה כל דבר חרמש ואף על גב דלא מיחייב בחלה קמה למה לי לרבות כל בעלי קמה
15 Dies nur, bevor aus [dem Worte] <i>Sichel</i> gefolgert worden ist, jetzt aber, wo durch [das Wort] <i>Sichel</i> alles einbegriffen worden ist, was zur Sichel[ernte] gehört, auch wenn es nicht zur Teighebe pflichtig ist, ist auch durch [das Wort] <i>Halmgetreide</i> alles einzuschließen, was steht. –
טז והשתא דנפקא לן מחרמש ומקמה כי תבא בכרם רעך למה לי
16 Wozu ist nun, wo dies aus [den Worten] <i>Sichel</i> und <i>Halmgetreide</i> gefolgert wird, nötig [der Schriftvers:] <i>wenn du in den Weinberg deines Nächsten kommst?</i>
יז אמר רבא להלכותיו כדתניא כי תבא נאמר כאן ביאה ונאמר להלן (דברים כד, טו) לא תבא עליו השמש מה להלן בפועל הכתוב מדבר אף כאן בפועל הכתוב מדבר
17 Raba erwiderte: Wegen der aus diesem zu entnehmenden Lehren. Es wird nämlich gelehrt: <i>Wenn du kommst;</i> hier heißt es <i>kommen</i> und dortheißt es: <i>wenn die Sonne darüber kommt;</i> wie die Schrift dort von einem Löhner spricht, ebenso spricht die Schrift auch hier von einem Löhner;
יח בכרם רעך ולא בכרם כותי הניחא למ"ד גזל כותי אסור היינו דאיצטריך קרא למישרי פועל אלא למ"ד גזל כותי מותר השתא גזילה מותר פועל מיבעיא
18 <i>in den Weinberg deines Nächsten,</i> nicht aber in den Weinberg eines Nichtjuden. – Allerdings ist nach demjenigen, welcher sagt, der Raub eines Nichtjuden sei verboten, ein Schriftvers nötig, daß dieseinem Löhner erlaubt sei, nach demjenigen aber, welcher sagt, der Raub eines Nichtjuden sei erlaubt, ist ja, wenn sogar der Raub erlaubt ist, dies um so mehr einem Löhner erlaubt!? –
יט מוקים לה בכרם רעך ולא של הקדש ואכלת ולא מוצץ ענבים ולא ענבים ודבר אחר
19 Er legt aus: <i>in den Weinberg deines Nächsten,</i> nicht aber in einen des Heiligtums. – <i>So magst du essen,</i> nicht aber auspressen; <i>Weintrauben,</i> nicht aber Weintrauben mit etwas anderem;
כ כנפשך כנפש של בעל הבית כך נפשו של פועל מה נפשך אוכל ופטור אף נפשו של פועל אוכל ופטור
20 <i>nach deinem Belieben,</i> das Belieben des Löhners gleicht dem Belieben des Eigentümers: wie du nach deinem Belieben essen darfst und freibist ebenso darf auch der Löhner nach seinem Belieben essen und ist frei;
כא שבעך ולא אכילה גסה ואל כליך לא תתן בשעה שאתה נותן לכליו של בעל הבית אתה אוכל ובשעה שאי אתה נותן לכליו של בעה"ב אי אתה אוכל
21 <i>bis du satt bist,</i> nicht aber zur Übersättigung; <i>in dein Gefäß aber darfst du nichts tun,</i> zur Zeit, wo du es in das Gefäß des Eigentümers tust, darfst du davon essen, wo du es aber nicht in das Gefäß des Eigentümers tust, darfst du davon nicht essen.
כב אמר רבי ינאי אין הטבל מתחייב במעשר
22 R. Jannaj sagte: Das Unverzehntetewird erst dann zehntpflichtig,